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Rede von Dr. Christoph Bergner

Dr. Knud Larsen, Vorsitzender des ECMI-Vorstandes,
Peter Harry Carstensen, Ministerpräsident,
Uffe Toudal Pedersen, Staatssekretär des dänischen Ministeriums für Wissenschaft, Technologie und cheap viagra internet Innovation,
Frau Alyson Bailes, Direktorin des Internationalen Friedensforschungsinstitutes, Stockholm, Mitglied des Kuratoriums des ECMI,
Dr. Marc Weller, Direktor des ECMI)

heute vor 10 Jahre hat anlässlich der Eröffnung des ECMI der Staatssekretär im Bundesministerium des Innern, Professor Dr. Kurt Schelter, u.a. folgendes in seinem Grußwort betont:

„Die Bevölkerung der meisten Staaten ist ethnisch nicht homogen. Mit dem Mehrheitsvolk leben nationale Minderheiten und propecia 1mg Volksgruppen. Ihr Zusammenleben kann sich nur dann spannungsfrei entfalten, wenn der Staat den Bürgern, die eine andere Sprache sprechen, eine eigene Geschichte, eine eigene Kultur haben, die Freiheit gibt, dieses Erbe zu bewahren.

Voraussetzung ist auch, dass die Minderheit nicht nur geduldet, sondern akzeptiert wird von der ethnischen Mehrheit, von den Parlamenten, Regierungen und viagra in india in der Verwaltung.

Wir wissen, dass dieses Ideal bisher an vielen Stellen noch nicht oder nur unzureichend verwirklicht ist. In vielen Ländern Europas gibt es noch ethnische Spannungen, lange schwelende Nationalitäten- und Völkerkonflikte, die nach dem Zusammenbruch der alten Machtstrukturen in Ost- und Südosteuropa wieder aufgebrochen sind und cost of cialis mit Gewalt, mit Bürgerkrieg, Vertreibung und cialis brand Terror gegeneinander ausgetragen werden; aber auch ältere Religions- und Nationalitätenkonflikte, für die sich jahrzehntelang keine friedliche Lösung finden ließ. Hinzu kommen neue Auseinandersetzungen, die entstehen, weil sich Menschen in ihrer besonderen ethnischen Identität in ihrem Staat nicht genügend geachtet und viagra prescriptions beachtet fühlen, weil ihre angestammte Kultur und Sprache gegenüber der Staatssprache zunehmend in Vergessenheit geraten.

In diesem Spannungsbogen ist die Idee eines Europäischen Zentrums für Minderheitenfragen entstanden. Denn wenn wir helfen wollen, diese Probleme zu lösen, dann müssen wir mehr wissen um die ethnischen Zusammenhänge und die Konfliktursachen. Vieles ist dazu bereits erforscht worden, aber oft nur dem jeweiligen Fachkollegen zugänglich. Deshalb unterstützt die Regierung der Bundesrepublik Deutschland nachdrücklich die Zielsetzung des European Centre for Minority Issues, sich als eine unabhängige Institution mit europäischer Perspektive durch Forschung, Information und Beratung mit Fragen von Mehrheiten und Minderheiten und den Problemen zu befassen, die aus der oft unterschiedlichen Interessenlagen dieser beiden Gruppen der Bevölkerung entstehen können.“

Diese Situation und Aufgabenbeschreibung gilt auch heute noch; ja in den letzten 10 Jahren hat sich die Zahl der Minderheiten, insbesondere durch die Teilung von Staaten, noch vermehrt; jüngstes Beispiel ist Serbien und Montenegro: Durch seine Auflösung sind gegenseitig Minderheiten entstanden, außerdem leben die übrigen Volksgruppen jetzt in zwei unabhängigen Staatswesen und unter jeweils eigenen Bedingungen.

Die Zahl der Minderheiten, die ein Staat selbst beherbergt und um die er sich aufgrund gemeinsamer Geschichte und Sprache im Ausland kümmert, kann sehr unterschiedlich sein. Für Dänemark ist es einfach: Es hat im Inland eine Volksgruppe, die Nordschleswiger, und unterstützt im Ausland eine Gruppe, die dänische Minderheit in Schleswig-Holstein. Für Deutschland sieht die Landkarte schon komplizierter aus: Hier gibt es 4 autochthone Gruppen und in ganz Europa leben in über 20 Staaten - von Dänemark bis Kasachstan - deutsche Minderheiten. Die Deutschen gehören somit zusammen mit den Roma und den Russen zu den drei am meisten in Europa vorkommenden Minderheiten. Wenn sie auch nicht an gewaltgeneigten Konflikten beteiligt sind, so empfehle ich sie doch der besonderen Aufmerksamkeit der Forschungs- und Beratungstätigkeit des ECMI: Durch die Möglichkeiten der Umsiedlung nach Deutschland haben sich die deutschen Gruppen in ihre angestammten Siedlungsgebieten nicht nur in der Zahl und somit Siedlungsdichte, sondern auch in der soziologischen Struktur verändert; hieraus ergaben sich neue Herausforderungen: Welche Bedingungen müssen erfüllt sein, damit eine Minderheit bei einer Verringerung der Kopfzahl und bei sozialen Umschichtungen die Chance des Überlebens hat, welche flankierenden Maßnahmen müssen von staatlicher Seite ergriffen werden?

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

manch Außenstehender wird sich fragen, warum das ECMI in Flensburg beheimatet ist, wo doch die zu bearbeitenden Fragestellungen mehrheitlich weit südlich und östlich zu lokalisieren sind. Das seinerzeitige Angebot der Stadt Flensburg mit dem Kompanie-Tor ist nur ein Teil der Antwort. Der andere Teil führt in die Materie selbst: Hier im Grenzland gibt es hinreichend Anschauungsmaterial über die Entstehung und erfolgreiche Überwindung von Konflikten im Zusammenhang mit nationalen Minderheiten. Auch können die Minderheiten hier als Beispiel dienen für die Selbstorganisation mit einer gelebten demokratischen Binnenstruktur und einem starken und erfolgreichen Auftreten gegenüber den staatlichen Instanzen und in der allgemeinen Öffentlichkeit.

Somit muss das ECMI hier - anders als bei einem Dienstsitz in Kopenhagen oder Berlin - seine Kräfte nicht aus einer künstlichen Nährlösung schöpfen, sondern hat als Basis einen ertragreichen real existierenden Humus, auf den es - so ist mein Wunsch - öfter als bisher zurückgreifen sollte.

Damit bin ich bei den Erwartungen für die Zukunft. Wer das gegenwärtige Themenspektrum der Arbeit des ECMI betrachtet, kommt an der Feststellung nicht vorbei, dass die heutige Arbeit in der Gefahr steht sich von der Gründungsidee des Instituts zu entfremden. Eine „Allerweltsagentur“ für Minderheitenfragen ohne Einbindung in europäische Institutsgefüge kann nicht das Ziel zukünftiger Entwicklung sein. So wünsche ich dem ECMI, dass es zu den Wurzeln ihrer Gründung zurückfindet, die Vorbildwirkung der Minderheitenpolitik im deutsch-dänischen Grenzland zur Geltung bringt und sich nicht länger vorsätzlich den Fragen verschließt, die im Zusammenhang mit der Situation deutscher Minderheiten in Europa und den Nachfolgestaaten der früheren Sowjetunion entstehen. Wenn ich den Vertretern des ECMI am 10. Geburtstag der Einrichtung „Glück auf“ zurufe, so tue ich es mit der Erwartung einer solchen Entwicklung.

ECMI founders:

The German Federal GovernmentThe German
Federal Government
The Danish GovernmentThe Danish
Government
The Federal State Schleswig-HolsteinThe Federal State
Schleswig-Holstein